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Geschichtliche Entwicklung
Die Geschichte des Steinernen Hauses
ist eng mit dem Kloster Hardehausen verknüpft, deren Mönche
das Haus von 1405 bis 1803 bewohnten. Sie trugen wesentlich
zur Blütezeit Borgentreichs im 15. Jahrhundert bei.
Da mittelalterliche Klosterhöfe in Westfalen kaum noch erhalten
sind, kommt dem Steinernen Haus eine besondere kulturhistorische
Bedeutung zu. Verstärkt wird dies durch die Tatsache, dass
das Gebäude den ältesten profanen Gewölbekeller im weiten
Umkreis besitzt, dessen Entstehung auf das ausgehendes 12.
Jahrhundert datiert wird.
Das Entstehungsdatum des Steinernen Hauses selbst ist nicht
bekannt, da jedoch aus dem Jahre 1313 ein Brand überliefert
ist, muß es zu diesem Zeitpunkt bereits bestanden haben. Nach
der Säkularisierung 1803 ging das Kloster Hardehausen in den
Besitz des preußischen Staates über, der das Steinerne Haus
1848 an die Stadt Borgentreich verkaufte.
Von 1920 bis 1952 diente das Gebäude als Schule und wurde
danach einige Jahre als Wohnung genutzt. Seitdem steht das
Haus leer! Ohne Nutzung drohten der Stadt weitere kostenintensive
Maßnahmen, um den Verfall dieses geschichtsträchtigen Gebäudes
aufzuhalten.
Ab 1995 hatten sich die Bürgerinitiative Lebenswertes Bördeland
und Diemeltal, der Warburger Architekt Klaus Schulz und später
dann der Verein Landschaftsstation Diemel-Weser-Egge um die
Nutzung des Gebäudes als Geschäftsstelle für eine Biologische
Station im Kreis Höxter bemüht. Die intensiven Vorarbeiten
hatten Erfolg, gemeinsam mit der Stadt Borgentreich konnte
die Sanierung in Angriff genommen werden, die ausschließlich
durch Firmen "vor Ort" durchgeführt wurde.
Seit Oktober 1999 wird das Steineren Haus als Geschäftsstelle
von der Landschaftsstation Diemel-Weser-Egge, der Bürgerinitiative
Lebenswertes Bördeland und Diemeltal, dem Naturkundlichen
Verein Egge-Weser sowie dem Aktionsbündnis
"Tag der Regionen" genutzt.
Mit der Stadt
Borgentreich als Eigentümer ist ein Mietvertrag mit einer
Laufzeit von 30 Jahren abgeschlossen worden. Durch die Zusammenführung
der beiden "alten" Landschaftsstationen in Brakel und Borgentreich
ist das Steinerne Haus heute Sitz der Landschaftsstation im
Kreis Höxter e.V. .
"Steinernes
Haus" prämiert
Bundeswettbewerb "Energie sparen
in Baudenkmälern" 2001
Borgentreich
2001 (NW) In seinem bundesweiten Wettbewerb "Energie
sparen in Baudenkmälern" hatte der Bund Heimat und Umwelt
in Deutschland (BHU) mit Sitz in Bonn Bauherren, Architekten
und Fachbetriebe aufgerufen, ihre Lösungen für die Reduzierung
von Energie in historischen Altbauten vorzustellen. Gefördert
wurde der Wettbewerb von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt,
fachlich begleitet vom Deutschen Zentrum für Handwerk und
Denkmalpflege, Fulda. Es wurden Techniken und Ideen gesucht,
die innovativ und überzeugend sind und gleichzeitig die hohen
Anforderungen der Denkmalpflege berücksichtigen.
Langfristig wirksame handwerkliche
Lösungen
Besonderer Wert wurde dabei auf
langfristig wirksame und behutsame gestalterische und handwerkliche
Lösungen gelegt. Beim Neubau gehören Energiespartechniken
heute schon zum Standard. Beim Umbau oder bei der Sanierung
von historischen Gebäuden ist es dagegen häufig sehr schwierig,
moderne Techniken und Materialien in vorhandene Bausubstanz
zu integrieren, ohne deren besonderen Charakter zu zerstören.
Die Stadt Borgentreich hatte sich mit dem Projekt "Umbau des
Steinernen Hauses zur Landschaftsstation" an diesem Wettbewerb
beteiligt. Neben zehn anderen Projekten wurde diese Umbaumaßnahme
bundesweit in der Form als "vorbildlich" gewertet, da "innovative
Techniken und Ideen zur Reduzierung des Energieverbrauchs
in historischer Bausubstanz" Verwendung gefunden hätten.
Das "Steinerne Haus", ein ehemaliges dem Kloster Hardehausen
zugehöriges Zehnthaus, gilt als ältestes Gebäude der Stadt
Borgentreich. Während der Umbaumaßnahme wurde Wert auf die
Senkung des Energieverbrauchs und die Verwendung schadstofffreier
Bausubstanzen in Abstimmung mit dem Denkmalschutz gelegt.
Nach dem Urteil des Bewertungsjury des BHU habe die Stadt
Borgentreich technisch für eine umweltverträgliche Energieeinsparung
gesorgt. Mit dem nachgewiesenen Verbrauch für Heizwärme unterschreite
das Gebäude die geltende Wärmeschutzverordnung um 25 % und
entspreche damit dem Jahresenergiebedarf eines Niedrigenergiehauses.
Der Einbau der Heizungsanlage sowie die Durchführung der sonstigen
Energiesparmaßnahmen wurden durch das Ing.-Büro Beltz, Warburg,
in Zusammenarbeit mit der Innovatec Energiesysteme GmbH, Kassel,
und der Stadtverwaltung Borgentreich betreut und ausgeführt.
Das Gebäude wurde einer sinnvollen
Nutzung zugeführt
Weiteres Kriterium für die Prämierung
war neben den eigentlichen Merkmale der technischen Umsetzungen
der Energiesparmaßnahmen auch die Art der Dokumentation, d.
h. die Anschaulichkeit und umfassende Darstellung des Projektes.
Diese Auszeichnung macht die Umbaumaßnahme "Steinernes Haus"
bundesweit bekannt. Neben dieser Prämierung für innovative
und einsparende Energietechniken sei die Stadt Borgentreich
stolz auf die gesamte Umbaumaßnahme, die vom Land NRW und
der NRW-Stiftung, Düsseldorf, mit Zuschüssen erst ermöglicht
worden sei. Das Gebäude wurde einer sinnvollen Nutzung im
Sinne des Natur- und Umweltschutzes zugeführt. Die Landschaftsstation
hat das Gebäude auf eine Dauer von 30 Jahren angemietet. Die
Siegerbeiträge aus dem Bundeswettbewerb "Energie sparen in
Baudenkmälern" sind jetzt in einer 44-seitigen Farbbroschüre
des BHU veröffentlicht.
Die Dokumentation kann kostenlos
bestellt werden beim: Bund Heimat und Umwelt, Adenauerallee
68, 53113 Bonn
Tel.: (0228) 22 40 91 -92; Fax: (0228) 21 55 03; E-Mail: bhu@bhu.de
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